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Leo in Aktion
Foto William Ramos

Berlin verliert sein Wohnzimmer

Letzte Runde für Berliner Kiezkultur?

Die klassische Berliner Eckkneipe stirbt aus. War Berlin einst die Stadt mit der höchsten Kneipendichte Europas, heißt es heute immer öfter: „Letzte Runde“. Wenn die schwere Holztür der Stammkneipe endgültig ins Schloss fällt, wird es im Kiez spürbar stiller. Doch dieses Kneipensterben ist kein Zufall und schon gar kein Naturgesetz.

Es ist das direkte Ergebnis einer Politik, die den Ausverkauf unserer Stadt klaglos hinnimmt. Explodierende Gewerbemieten, horrende Heiz- und Stromkosten sowie die gnadenlose Gentrifizierung zwingen immer mehr Wirtinnen und Wirte in die Knie. Hinzu kommt: Die Reallöhne stagnieren. Wenn das Geld am Monatsende kaum noch für die eigene Wohnung, geschweige denn für Lebensmittel reicht, wird das Feierabendbier am Tresen zum Luxus, den sich viele schlicht nicht mehr leisten können.

Mehr als nur ein Tresen: Ein Ort gegen die Vereinzelung

Die Kneipe war schon in der Geschichte der frühen Arbeiterbewegung weit mehr als nur ein Ort zum Trinken. Sie war der Raum, an dem sich die Menschen nach der Schicht trafen, sich organisierten, Neuigkeiten austauschten und über ihre sozialen Kämpfe diskutierten. Ohne Wirtshaus gab es kein geselliges und politisches Leben im Kiez.

Heute ist die Eckkneipe unser wichtigstes Gegenmittel zur grassierenden Einsamkeit in der Großstadt. Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit vereinzelt und isoliert auf der Couch vor dem Bildschirm. Wir sagen: Eine atomisierte Gesellschaft macht nicht nur keinen Spaß, sie verhindert auch sozialen Fortschritt! Das Kneipensterben ist das Ergebnis eines Klassenkampfes von oben, der unsere Kiezkultur durch teure Systemgastronomie und unbezahlbare Luxus-Boutiquen ersetzt.

Hiermit laden wir Euch herzlich zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Es geht um den Erhalt der Kneipenkultur.

 

Ort & Zeit


Ort: Gittis Bierbar, Brückenstraße 13.
Datum: Mittwoch, 27. Mai, um 18 Uhr.

Es diskutieren Gitti (Betreiberin von Gittis Bierbar) und Leonard Diederich (AGH-Kandidat und Tresenkraft).
Wir als Linke stehen an der Seite der Berliner Kneipen und setzen uns gegen die Gentrifizierung der Kieze ein.
Das erste Getränk nach Wahl ist kostenlos.

Wer sich vorher unter leonarddiederich@dielinke-berlin-mitte.de anmeldet, bekommt noch weitern Drink aufs Haus.

www.zetkin.die-linke.de/dashboard

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